dasKabelwerk.at

dasKabelwerk.at

Interview mit Kurt Sedlak vom Palais Kabelwerk

 


 


 

Seit Oktober findet im Palais Kabelwerk der Spielbetrieb statt. dasKabelwerk.at hat mit Kurt Sedlak, einem der beiden Geschäftsführer des Palais Kabelwerk, gesprochen:

dasKabelwerk.at: Herr Sedlak, Im Palais Kabelwerk tut sich einiges, derzeit läuft ja die Ausstellung von Roland Dreger – worum gehts da?
Kurt Sedlak:  Roland Dreger ist ein Grafiker, der grafische Bildgestaltungen experimentell in verschiedenste Formate bringt. Also per Video, in Drucken, per Einzelgrafiken. Er hat sich dem Ornament provokativ verschrieben .Herr Dreger versucht in Form von Ornamenten, Dinge die im Alltag vorkommen, speziell bei dieser Ausstellung in Wien sichtlich sind, umzuwandeln in ein Ornament. Wenn man die Bilder genauer betrachtet, wird man das eine oder andere Stück aus dieser Stadt heraus wiedererkennen können.

dasKabelwerk.at:  Morgen startet ja bei Ihnen der Bildungsdialog, also quasi die Gegenveranstaltung zum offiziellen Hochschuldialog des Wissenschaftsminister Hahn. Wie kommts da gerade zum Kabelwerk, bzw. was ist da Ihre Meinung dazu?
Sedlak:  Der Bildungsdialog ist generell begrüßenswert. Alle daran Beteiligten tun gut, einen solchen einzugehen. Die Studierenden machen hier im Kabelwerk einen offenen Bildungsdialog. Es gibt keine Begrenzung derer, die einzuladen sind. Wer sich angesprochen fühlt oder beruflich damit zu tun hat, wird herkommen und mitdiskutieren. Das geht von Politikern, das geht zu allererst über die Betroffenen, die jetzt in der Sache Bildung besonders involviert sind. Das sind nun einmal studierende Menschen, die es vorranging betrifft. Betreffen tut es uns aber alle gemeinsam, jede Gesellschaft ist gut beraten, in Sachen Bildung beste Voraussetzungen zu schaffen. Das ist einer der Grundlagen einer gut funktionierenden Gesellschaft, aber auch einer gut funktionierenden Wirtschaft.

dasKabelwerk.at:  Am Freitag startet ja das Stück Onkel Wanja? Worum geht es in dem Stück? Wollen Sie uns etwas mehr über die Aufführung erzählen?
Sedlak:  Onkel Wanja ist ein Klassiker der Weltliteratur von Anton Tschechow. Ich habe irgendwo gelesen, es wäre Kleinkunst – das ist sehr amüsant. Aber es ist Weltliteratur, und simplifiziert sehr einfache Vorgänge im Alltäglichen Umgang der Menschen miteinander, oder  gegeneinander. Gerade diese Inszenierung ist voller Überraschungen – Leute die die Literaturvorlage kennen, würden sonst sagen: „Aha, daß muss so und so sein“. Das ist es in diesem Fall nicht. Also kommen Sie hierher, lassen Sie sich einfach überraschen oder sagen Sie dann Ihre Meinung dazu.  Ich will da jetzt nichts verraten. Würde ich das jetzt erzählen, erzähle ich schon das, was ich in den Voraufführungen gesehen habe. Es ist ja in Wien schon drei Mal an zwei verschiedenen Orten gelaufen, und jetzt wird die Serie im Kabelwerk beendet. Und daher will ich da jetzt nicht zu viel darüber plaudern.

dasKabelwerk.at:Am ersten Dezember ist die Eröffnung der Genesis Ausstellung, wie kommt es dazu?
Sedlak: Zum einen wird einer dieser peripheren Lokale im Stadtteil , die wir zugemietet haben,  die für Sozio-Kulturelle Zwecke zugemietet sind, in Betrieb genommen. Der Raum ist ein Ausstellungsraum per se, also dort wird es als Schwerpunkt Ausstellungen geben. Und im Projekt Genesis geht es darum, die Schöpfungsgeschichte darzulegen, aber, im Spannungsfeld Kunst und Religion. Also nicht eine Ommage an die Schöpfung – das kann es auch sein – manche KünstlerInnen und Künstler interpretieren es so, manche in dieser Ausstellung interpretieren es sehr kontroversiell, und genau dieses Spannungsmoment, wird in dieser Ausstellung sehr schön also subsumiert. 

dasKabelwerk.at:  Ab 8.12. bis Puppenausstellung – was können Sie uns darüber erzählen?
Sedlak:  Die Puppenausstellung ist eine Anregung, die vielleicht in die Zeit passt, im Moment, Adventzeit, wo sich vieles nach Weihnachten orientiert: Geschenke, Geschenke für Kinder. In dem Fall wäre es nur vordergründig ein Geschenk. Es geht um Puppen, die verschiedenste Charaktere darstellen. Diese werden in Handarbeit selbst gemacht, aus Stoffresten, und führen  so zu sehr spannenden und visuellen durchaus interessanten Ergebnissen. Im Rahmen dieser Ausstellungwird  auch punktuell in Kurz-Workshops die Zusammenstellung  aus fertigen Teilen gezeigt. Wer  immer Interesse entwickelt im Nachhinein, kann sich dann auch an einem künftigen Workshop beteiligen. Wenn das Thema interessant ist, also es ist eine Anregung zum Mit-Tun,  Schwerpunktmässig.

dasKabelwerk.at: Wer oder was ist PEPITA?
Sedlak:  Die kommt aus Spanien, und haben auch sozusagen den Hintergrund, den visuellen Hintergrund der Puppen. Es wird natürlich sehr diesem mediterranen Lebensformen entsprechen, und auch diesen sichtbar machen. Es ist sozusagen eine Verbindung, eine europäische Verbindung, die da hergestellt werden kann.

dasKabelwerk.at:  Gibt es schon einen Ausblick auf zukünftige Programm-Punkte?
Sedlak: Im Jänner wird der  Schwerpunkt Literatur sein. Das wird in einer spannenden Form beginnen, dem sogenannten Drama Slam. Das sind Kurzgeschichten, die jeder von uns schreiben kann, und gleichzeitig auch dann bei einer solchen Veranstaltung vor Publikum quasi unter Wettbewerbs-Bedingungen zeigen kann. Das Publikum ist die Jury, die entscheidet, welches Drama, welches Stück, inhaltlich gut dargestellt und dann auch auf der Bühne umgesetzt wird. Dieses Format ist ein sehr interaktives Format. Oft kommen direkt aus dem Publikum auch gleich Leute und tragen Ihre Kurzgeschichten vor. Sie klinken sich dann so in den Wettbewerb ein. Dieser Wettbewerb wird international ausgeschrieben.  Er wird in 3 Ländern stattfinden, und wird bis zum Juni zum großen Finale führen. Das wird eine der Serien sein, die hier im Palais Kabelwerk dann auch regelmäßig stattfinden wird. Da gibt es auch die Einladung an potenzielle Literatur-Begeisterte,  die meinen, „Ja, das traue ich mir auch zu“, einfach herkommen, mitmachen.

dasKabelwerk.at: Können Sie uns einen weiteren Ausblick auf 2010 geben?
Sedlak: Es gibt zwar eine Reihe von Projekten, die auch schon im vergangenen Jahr erhoben worden sind,  wo also die Inhalte festsitzen, aber der Timetable aus verschiedenen Gründen – einer davon ist die jeweilige Finanzierung – noch nicht fertig gemacht werden kann. Wenn der aber fertig ist – und das wird Mitte Jänner sein – dann gibt es schon das Programm bis Juni einsehbar. Aber wir haben auch immer Zeitfenster eingebaut, um auf aktuelle Ereignisse reagieren zu können. Siehe beim Bildungsdialog, wo wir im Sinne unserer offenen und niederschwelligen Ausrichtung, wenn es möglich ist, sehr schnell reagieren können. Wenn der Raum frei ist, dann sind so Dinge auch in Zukunft möglich - und sollen aber auch immer für alle offen sein. Also im Gegensatz zu dem Dialog den Minister Hahn macht, wo er die Leute einlädt, die er haben will dabei, ist das offen, und das passt in unser Format hinein. Das Kabelwerk soll niemanden ausgrenzen. Und ich hoffe dass der Minister kommt auch hier her.

dasKabelwerk.at: Im Oktober wurde mit dem Roter Oktober ein umfangreiches Programm aus 6 oder 7 Formaten gespielt  – hat Ihnen das gefallen, entspricht das  Ihren Erwartungen?
Sedlak: Die Erwartungen sind unterschiedlich. Es war interessanterweise doch eine intensive Beteiligung aus dem neuen Stadtteil. Es war eine gute Beteiligung aus den alten Stadtteilen, weil die Leute schon gewohnt sind , hier auch Theater- und Literatur-Aufführungen. zu konsumieren bzw. aufzunehmen. Ich würde sagen, es war inhaltlich eine wichtige Aussage, und die Vielfalt der Formate,  innerhalb des Festivals, hat auch gezeigt, dass es sehr unterhaltsam, sehr anregend und sehr diskursiv sein kann. Und diskursive Produkte sind uns am Allerliebsten. Aber die Unterhaltung soll nicht zu kurz kommen. Da werden wir weiterhin Schwerpunkte, also speziell im Bereich der Musik, des Tanzes und der Performance, da wird es auch Formate geben,  die auch der Unterhaltung  dienen.

dasKabelwerk.at: Vielen Dank für das Interview!
Sedlak: Herzlichen Dank, und ich hoffe wir kommen bei unserem nächsten Programm-Gespräch wieder zusammen.


 

Kommentare  

 
0 #1 2010-09-24 16:01
Notwendigkeit zu uberprufen:)
Zitieren
 

Kommentar schreiben