Von 11.Jänner bis 1. Februar 2010 findet im Palais Kabelwerk eine Lesungsreihe unter dem Titel „Verstörte Kabel und Werke“ statt. Dazu hat dasKabelwerk.at am 11. Jänner 2010 mit den Veranstaltern Nikolaus Scheibner und Sonja Tollinger gesprochen.
dasKabelwerk.at: Hallo, könnt ihr mir erzählen, worum es bei der Lesungsreihe geht?
Nikolaus Scheibner: Um Literatur, um zeitgenössische Literatur im Kontext zur Ausstellung von Roland Dreger im Kabelwerk, die seit Oktober hier läuft. Dementsprechend repräsentativ sein soll, von den Gattungen, also sowohl Lyrik, als auch Prosa, Romanfragmente, ähnliches. Und mit Schwerpunkt auf interessante heimische Autorinnen und Autoren.
dasKabelwerk.at: Sonja, einer der heute vorgetragenen Texte ist ja von dir? Wovon handelt dieser Text?
Sonja Tollinger: Dieser Text soll eigentlich in gewissem Maße Lächerlich-macherei der hoch gelobten hohen Künste sein, die irgendwie nur noch mit Fremdwörtern arbeiten, die kein Mensch versteht und die in Wirklichkeit vollkommen inhaltslos sind. Man soll sich gerade diesbezüglich eben nicht abschrecken lassen, sondern aufs Werk zugehen und auf die Basis schauen. Und die Basis für mich war auf jeden Fall Dregers beeindruckendes Werk, und alles was rundherum war, was ich jetzt in diesem Fall rundherum gebaut habe, soll eben als Sinnlose Worthülle enttarnt werden, sozusagen. Der Schlussatz lautet dementsprechend: Die Analyse geht, das Werk, das steht.
dasKabelwerk.at: Wann finden die nächsten Lesungen statt?
Tollinger: Also die nächsten 3 Aktionen finden erstens am 18.1.2010, zweitens am 25.1.2010 und drittens am 1. Februar 2010 statt. Wir haben wieder ein dichtes Programm, nächstes Mal mit der Christine Huber und der Karin Spielhofer. Da haben wir sowohl Prosa, als auch Lyrik am Programm. Beim nächsten Mal dann Grzegorz Kielawski, der unter anderem schon den Literaturpreis für Schreiben zwischen den Kulturen gewonnen hat. Ein wirklich feines Programm. Und thematisch wird es sich wieder um das Ornament drehen, so wie schon dieses Mal, und ja, wir sind guter Dinge, dass es fein funktionieren wird, und bitte alle kommen.
dasKabelwerk.at: Diese Lesungsreihe wird ja vom ZZOO Verein veranstaltet, Was macht dieser Verein, welche Rolle habt ihr da?
Scheibner: Ich bin der Obmann des ZZOO Vereins, Sonja Tollinger ist die Obfrau des ZZOO Vereins . Unter www.zeitzoo.at kann sich jeder ein Bild davon machen. Wir machen seit 10 Jahren eine Literaturzeitschrift auf einem literarisch hohen Niveau, sag ich einmal frech heraus. Und genauso eine Hörbuchreihe unter „kleine Literaturedition“, in Meidling eben. Und deswegen der Bezug zum Kabelwerk.
dasKabelwerk.at: Für die Eintrittspreise habt ihr euch ja auch was spezielles überlegt – wie läuft das ab?
Tollinger: Wir haben diesmal keinen Eintritt. Es gibt einen Austritt. Das heißt, das jeder der kommt wird von uns honoriert. Es ist ja harte Arbeit, uns zuzuhören. Demensprechend gibt es 50 Cent bei Besuch der ersten Lesung, 1 € bei Besuch der zweiten Lesung, usw . Das heißt es gibt bis zu 5 Euro zu verdienen. Und es handelt sich dabei um eine Umkehrung des kapitalistischen Prinzips, was durchaus auch in unserem Sinne ist.
Scheibner: Was nichts kostet, ist nichts wert. Was ist dann dass Wert, wo man sogar Geld dafür bekommt. Wir haben versucht, ein hohes Niveau Lesungen zusammenzustellen. Und was ich noch ergänzen wollte, es steigert sich das Honorar für die Besucher nur dann, wenn sie alle Lesungen besuchen, oder halt mit jeder Lesung, die besucht wird, steigert es sich. Insofern, wenn man eine auslässt, fällt man wieder runter auf die erste Stufe, kraxelt dann aber mit den weiteren Lesungen wieder hinauf. Man kann also jederzeit wieder einsteigen. Und man bekommt immer mindestens 50 Cent, auch wenn man bei der letzten Lesung zum ersten Mal herkommt, und es ist die letzte Lesung, wo wir am 1. Februar auch ein feines Programm mit Musik haben. Auch noch mal echte Größen der Wiener Literatur mit Fritz Widhalm und Ilse Kilic, und Magdalena Knapp-Menzel. Alle 3 Vorstandsmitglieder der Grazer Autorenversammlung. Also das sagt schon was das für eine Kragenweite der Autoren an diesem Abend ist.
dasKabelwerk.at: Vielen Dank für das Interview, spannendes Thema!
Tollinger: Also ich freue mich, auf jeden Fall, wenn Leute kommen. Und ich danke für das tolle Interview, und bis bald im Kabelwerk!