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Wien Wahl 2010: Alexander Pawkowicz (FPÖ) im Gespräch

Am 10. Oktober 2010 wird in Wien der Gemeinderat sowie die Bezirksvertretung gewählt. dasKabelwerk.at spricht dazu im Rahmen eines Themen-Spezials mit den Spitzenkanditaten der wichtigsten Parteien, im ersten Teil der neuen Serie mit Alexander Pawkowicz. Er ist Spitzenkanditat der Freiheitlichen Partei in Meidling.


Mag. Alexander Pawkowicz (FPÖ)




dasKabelwerk.at: Hallo Herr Pawkovicz. Danke, daß Sie sich Zeit genommen haben. Für die Leute die sie noch nicht kennen, können sie ein bisschen was über sich erzählen?
Alexander Pawkowicz:  Mein Name ist Alexander Pawkowicz, ich bin 35 Jahre alt, verheiratet, mit etwas Glück in fünf Wochen Vater einer Tochter, so wie es jetzt anschaut. Und ich bin seit 15 Jahren Mitglied der Bezirksvertretung Meidling. Etwas länger Mitglieder der Freiheitlichen Partei und bin hier in Meidling auch aufgewachsen. Und das ist gleichzeitig auch der Bezug, den ich hier zu dem Bezirk habe und ich kandidiere auch in diesem Jahr wieder als Spitzenkandidat oder erstmals als Spitzenkandidat der Freiheitlichen Partei.  

dasKabelwerk.at: Sie kommen ja aus Meidling - Was sind ihre Lieblingsplätze in Meidling?
Pawkowicz: Da gibt es mehrere schöne Plätze, die wir in Meidling haben. Einer der mir persönlich sehr gut gefällt ist der Khleslplatz. Das ist da gleich unterhalb vom Kabelwerk. Wobei ich nicht ganz begeistert bin von dem Umbau, der da vor einigen Jahren stattgefunden hat. Mir hat es vorher rein vom Charakter her ein bisschen besser gefallen. Aber die beiden Heurigen da unten, ganz ein liebenswertes Plätzchen. Wir haben aber auch einige andere Bereiche, wenn ich etwa sage, auf der Meidlinger Hauptstraße, auch wenn das jetzt komisch klingt, aber da gibt es schon einige Platzerl, die vor allem mit den Seitengassen, durchaus liebenswert sind.  

dasKabelwerk.at: Wie sind sie zur Politik gekommen, seit wann wissen sie, dass sie in die Politik gehen wollen?
Pawkowicz:  Seit wann weiß ich, dass ich in die Politik gehen wollte? Gute Frage. Ich bin 1996 erstmals angetreten zur Bezirksvertretungswahl, das kam für mich ein bisschen überraschend, weil ich zwar zu dem Zeitpunkt schon bei der Jugend aktiv war, also ich bin seit meinem 17 Lebensjahr Jugendfunktionär der Freiheitlichen Jugend gewesen, hab aber eigentlich ursprünglich nicht geplant, groß in die Politik einzusteigen. 1996 hat die Freiheitliche Partei ein exorbitantes Wahlergebnis erzielt mit mehr als 27% der Stimmen und ich bin, muss man eigentlich sagen, richtiggehend hineingerutscht in das Mandat, weil ich bin damals auf einem sehr weit hinten gereihten Platz aufgestellt gewesen. Und durch das große Wahlergebnisse ist es sich dann doch ausgegangen, und hab dann im Laufe der nächsten Jahre meine Leidenschaft für die Politik geweckt.  

dasKabelwerk.at: Was genau passiert in der Meidlinger Bezirksvertretung? Wofür ist sie zuständig?
Pawkowicz: Die Bezirksvertretung ist, wenn man so will, das Hilfsorgan des Gemeinderates. Das heißt bestimmte Aufgaben die der Gemeinderat nicht selber erfüllen kann, passieren dann in der Bezirksvertretung. Konkret sind das im Wesentlichen alle Angelegenheiten, des Straßenverkehrs, vereinfacht gesagt. Also zB wenn sie eine Einbahnregelung irgendwo haben wollen oder eine Einbahnregelung aufgehoben haben wollen, Radfahren gegen die Einbahn, neue Zebrastreifen, Ampelanlagen, Aufdoppelungen, Parkverbote, Halteverbote und so weiter, das ist eines der ganz großen Gebiete für die die Bezirksvertretung zuständig ist. Und daneben für die Instandhaltung der Landesschulen. Also wenn sie etwa ein Kind in der Schule haben und da sehen sie die Schule schaut, ist in so einem schlechten Zustand, dann wenden sie sich an die Bezirksvertretung, die ist dafür verantwortlich, dass sich die Landesschulen, also Volks- und Hauptschulen vorwiegend das die saniert werden. Und daneben ein großer Brocken sind dann noch die Parkanlagen. Auch die gehören der Bezirksvertretung. Öffentliche Beleuchtung, Kindergärten, Pensionistenclubs, Friedhöfe, Marktanlagen und einiges mehr. Also es ist immer was los.  

dasKabelwerk.at: Wenn Sie an die letzten 5 Jahre zurückdenken, wo waren die Schwerpunkte ihrer Tätigkeit die letzten 5 Jahre?
Pawkowicz: Wir haben in den letzten fünf Jahren immer wieder Highlights gehabt, der ganz große in den letzten Monaten war zweifelsohne die Marillenalm, und der Kampf um den Erhalt der Marillenalm. Das ist jenes Grundstück, wenn sie die Grünbergstraße hinunter fahren, Richtung 15. Bezirk, das dort direkt auf der rechten Seite liegt. Diese große grüne Fläche. Und da gab es eine Packelei zwischen Rot und Schwarz, die versucht haben, dort einen riesigen Hotelkomplex mitten in das Landschaftsschutzgebiet oder in das Parkschutzgebiet hinein zu stellen. Da konnten wir trotz eines gültigen Beschlusses, den die Roten und die Schwarzen gemeinsam gemacht haben, haben wir eine Bürgerbefragung durchsetzen können, gemeinsam mit den anderen Oppositionsparteien und die sind dann mit 87% dagegen ausgegangen. Und jetzt sieht es so aus, ganz vom Tisch ist es noch nicht, aber es sieht so aus, als würde das wahrscheinlich noch nicht gebaut werden. Noch geht es. Muss man aber dazu sagen. Noch könnte es gebaut werden. Die Rechtslage ist noch nicht verändert worden.  

dasKabelwerk.at: Wo sehen sie in den nächsten fünf Jahren ihre Tätigkeitsschwerpunkte?
Pawkowicz:  Eines unserer Hauptziele ist die Verlegung des Hubschrauberlandeplatzes aus der Meidlinger Kaserne. Wir haben hier die einzigartige Situation in Europa, dass mitten in der Stadt, ein Hubschrauberstützpunkt des Innenministeriums ist. Also nicht bloß ein Hubschrauber, sondern eine ganze Menge an Hubschraubern, die dort auch repariert werden und der von Mitten in der Stadt mehrere hunderte Male im Jahr aufsteigt. Ärgerlicherweise auch sehr oft Mitten in der Nacht. Dann auch hier etwa über das Kabelwerk drüberfliegt, relativ im Tiefflug und das muss nicht sein. Es gibt Alternativen, zB den Flugplatz Stockerau. Und wenn das Innenministerium immer sagt, das geht nicht, weil das ist zu weit weg. Kann ich nur sagen, der Ö3 beispielsweise mit seinem sogenannten schnellsten Verkehrsdienst, startet mit seinem Hubschrauber aus Stockerau und die schaffen es auch den schnellsten Verkehrsdienst zu  machen, das ist also nicht einzusehen, warum das in Meidling nicht möglich sein sollte, das die Profipiloten der Polizei das nicht auch schaffen sollten.  

dasKabelwerk.at: Der Stadtteil Kabelwerk ist ja eines der Großprojekte in Meidling der letzten Jahre. Sie kennen die Entwicklung schon seit langer Zeit. Wie sehen Sie die bisherige Entwicklung?
Pawkowicz: Insgesamt bin ich zufrieden. Auch wenn es im Detail sicherlich Punkte gibt, die zu verbessern sind. Ich hab dieses Kabelwerk erlebt, schon zu einem Zeitpunkt als Bezirksrat im Bauausschuss, also noch nicht einmal die Grundstücke verkauft gewesen sind. Und war also tatsächlich aktiv beteiligt an der Entwicklung. Hin zur Frage, welche Kubatur ist erlaubt, also wie hoch darf ich wo bauen. Welche Plätze machen wir wo. Ich erinnere mich sehr genau an langwierige Diskussionen über die Frage der Autofreiheit beispielsweise, der Grünflächen, wo kommen die Parkanlagen hin und ähnliches. Also ich hab das Kabelwerk wirklich schon seit vielen Jahren jetzt in meinen politischen Fokus, auch als langjähriges Mitglied des Bauausschusses. Insgesamt wie gesagt bin ich mit der Entwicklung zufrieden. Es war eine relativ gute Einbindung zwischen der Politik und den Bauträgern. Was mir nicht gefällt ist die Entwicklung der letzten 3, 4 Jahre, wo ich das subjektive Gefühl habe, das die Kabelwerk Bauträger GmbH, die also tatsächlich jetzt das Gebäude betreiben, nicht unbedingt das Interesse haben, mit der Politik weiter zusammen zu arbeiten. Also ich selber bemerke, daß wenn wir hier Anliegen haben, die an uns herangetragen werden, das wir auch selbst sehr auf taube Ohren stoßen und dann auch wirklich nur mit starkem Nachdruck Dinge auch verändern können.  

dasKabelwerk.at: Ein wichtiger Teil des Kabelwerks war die kulturelle Zwischennutzung, die nun seit einem Jahr mit dem Palais Kabelwerk fortgeführt wurde. Wie sind Sie hier zufrieden?
Pawkowicz: Das ist jetzt eine spannende Frage. Insgesamt haben wir immer gesagt, es soll eine kulturelle Nutzung im Kabelwerk geben. Das war einer der Grundsätze ganz zu Beginn. Mir persönlich gefällt nicht die Art und Weise wie da jetzt dieser Bunker hochgezogen worden ist. Und wenn sie da hineingehen, sie kennen das ja hier, als Einwohner, dann ist das im Wesentlichen ein Betonmonster geworden, was ich persönlich schade finde. Die zweite Sache ist jetzt Thema Subvention ganz allgemein, auch außerhalb des Kabelwerkes. Ich meine Subventionen sind grundsätzlich gut und richtig, man muss aber wirklich nicht alles subventionieren. Es gibt durchaus Dinge, nämlich vor allen dann, wenn es um Projekte geht, die sich vielleicht auch überhaupt niemand mehr anschauen will und ähnliches, dann sehe ich die Notwendigkeit nicht gegeben.  

dasKabelwerk.at: 2005 erzielte die FPÖ bei der Wiener Gemeinderatswahl knapp 15%, in Meidling 15,5%, welches Ergebnis erwarten sie dieses Mal?
Pawkowicz: Ich gehe davon aus, dass wir in Meidling 25% der Stimmen erhalte. Das ist glaube ich eine durchaus realistische Einschätzung. Wir haben bei der Nationalratswahl etwas mehr als 22,5% bereits gehalten und wir sind in Meidling als freiheitliche Partei meiner Einschätzung nach so gut aufgestellt, das wir deutlich auch über den Landesschnitt damit liegen. Sie haben es vorher schon gesagt 15,5% haben wir in Meidling erreicht, bei der Bezirksvertretungswahl und 14,8% bei der Gemeinderatswahl. Also es zeigt, dass die Arbeit der Meidlinger Bezirksvertretung und der freiheitlichen Meidlinger Bezirksvertretung auch entsprechend gewürdigt wird.  

dasKabelwerk.at: Die Wahlen sind am 10. Oktober 2010. Bei welchen Veranstaltungen bis zu den Wahlen kann man mit Ihnen in Kontakt treten?
Pawkowicz: Das ist auch nicht so einfach, weil ich in Wirklichkeit fast täglich auf zumindest einer Veranstaltung sein werde, in den meisten Fällen auch bei mehreren Veranstaltungen. Ein großes Thema hier im Kabelwerk wird sicherlich sein am 4. September, Samstag 4. September, da gibt es eine Veranstaltung am Sportplatz der Wiener Viktoria und da werden wir auch präsent sein.  

dasKabelwerk.at: Ich bedanke mich bei ihnen für das Interview.
Pawkowicz: Gerne geschehen.



Alexander Pawkowicz ist Spitzenkandiat der FPÖ in Meidling.

http://meidling.fpoe-wien.at/
 



In einigen Tagen folgt der nächste Teil des Themen-Specials „Wien Wahl 2010“. Geplant sind Gespräche mit Dinko Jukic (ÖVP), Franz Schodl (Pro Hetzendorf), Helga Widder (Die Grünen) und Gabriele Votava (SPÖ).




 

 

Kommentare  

 
0 #1 2010-09-02 14:44

die Kabelwerk Bauträger GmbH nimmt Anliegen von allen Seiten sehr ernst und verfolgt jeden Hinweis, auch und besonders, wenn diese von politischer Seite kommen. Von Herrn Pawkowicz haben wir noch nie etwas gehört und sind auch froh darüber, weil dann kann unsere Arbeit für unsere Bewohner - die für uns natürlich vor der Politik im Vordergrund steht - nicht so schlecht sein!
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+2 #2 2010-09-04 22:22
Sehr geehrter Herr Fleissner,

Ihre Unwissenheit über die politische Situation in Meidling deckt sich mit meiner Einschätzung im Interview.

Schade allerdings für die Bewohner des Kabelwerkes. Denn gerade die Bezirksvertretu ng ist bei zahlreichen anderen Bauprojekten für viele Bewohner ein effektiver Vermittler bei Wünschen, Anliegen oder Beschwerden.

Im Falle des Kabelwerkes habe ich diese Funktion übrigens einem Ihrer Anrainer übergeben:
Herrn Bezirksrat Franz Haas.

Ich nehme an, dass Ihnen BR Franz Haas eher ein Begriff sein wird. Ich habe ihn gebeten, auch zukünftig in allen Angelegenheiten den aktiven Kontakt zu Ihnen zu suchen.

Selbstverständl ich stehe ich Ihnen aber auch jederzeit gerne persönlich zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen,

Alexander Pawkowicz
(Bezirksparteio bmann der FPÖ-Meidling)
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-1 #3 2010-09-07 08:33

ihre Unwissenheit über das >kabelwerk< ist erschütternd! wir sehen unsere Aufgabe nicht darin, Politiker zu befriedigen, sondern wir arbeiten unermüdlich und mit vielen tollen Mitarbeitern für das Wohl und das angenehme Zusammenleben unserer Bewohner. Die Zufriedenheit der >kabelwerker< hat für uns oberste Priorität - ganz im Sinne von sozialer Nachhaltigkeit! Sollten Probleme auftauchen, die von übergeordnetem Interesse sind, so gibt es nach wie vor das bestens bewährte Instrument des Gebietsmanageme nts, wo in regelmäßigen Zeiträumen Sitzungen mit Vertretern der Bewohner, den Koordinatoren der Stadt, Anrainern und Beziksvorstehun g stattfinden (seit nunmehr acht Jahren!)und allfällige Probleme einvernehmlich und zur vollsten Zufriedenheit unserer Bewohner und des Bezirkes gelöst werden. Fortsetzung folgt
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+2 #4 2010-09-07 08:34
Fortsetzung:
Für interne Probleme stehen die Mitarbeiter unseres Dienstleistungs zentrums vor Ort jederzeit zur Verfügung! Wie wohl und sicher sich die Bewohner im >kabelwerk< fühlen zeigt eine tolle Reportage von Georg Hitsch (einer unserer ganz kritischen, aber engagierten Bewohner)auf seiner Homepage unter http://daskabelwerk.at/videos/kinderspiel-und-strassenkreidefest-20100902-video Viel Vergnügen beim virtuellen Aufenthalt im >kabelwerk
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