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Politik mich doch am Arsch (7.10.2010 bis 10.10.2010)

Von 7.10. bis 10.10.2010 wird im Palais Kabelwerk in 1120 Wien die Theater-Produktion "Politik mich doch am Arsch" der Künstlergruppe "daskunst" aufgeführt.


 





daskunst: Politik mich doch am Arsch
 
 
Kurzbeschreibung
 
Die unerträgliche Leichtigkeit der politischen Schwerkraft – sinnfrei und inhalts-schwanger, wie die Russin, die ihr Kind erst gebären wird, wenn die Welt eine bessere ist. Aber wann wird dieser Zeitpunkt kommen? Das fragt sich auch das identitäre Chamäleon, das sich in einer Kiste durch die Jahrtausende schickt und immer zur falschen Zeit am falschen Ort mit der falschen Haarfarbe auftaucht. Die beiden Zwillinge, deren Sozialarbeiter Süleyman wirklich sein Bestes tut, um sie in die normale Gesellschaft zu integrieren, können sich nur wundern über den ver-rückten Zulauf in ihrer WG. Zu allem Übel taucht auch noch der dunkle 481. Flüchtling auf, der aus Traiskirchen rauschgeschmissen wurde, weil er einer zu viel war.Durch die Erfahrungen während ihres Sozialisationsprozesses wollten Edmund und Edwin sich einfach nur in ihre StarTrek-Welt zurückziehen, in der alle Kulturen friedlich zusammen leben. Aber die Krankheit Menschheit ergreift immer mehr Macht über ihre Wohnung und ein Streit zwischen den beiden untrennbaren Zwillingen bricht aus. Hat diese WG eine Zukunft?
 
Edmund                                             Bernhard Mrak
Edwin                                                 Erdoğan Yildiz
Süleyman                                          Oktay Güneş
Die Russin                                         Susanne Rietz
481                                                     Patrick Bongola
Chamäleon der Geschichte              Erika Bakali
Krankenschwestern                           Ulrike Hübl
 
Regieassistenz                                   Sybil Amber
Set                                                     Markus Liszt
Ton                                                     Michael Winkler
Licht                                                   Joe Albrecht
Video & Animation                             Bernhard Mrak, Patrick Bongola
Musik                                                 Uwe Felchle
Produktion                                         Carolin Vikoler
Spin-Doc                                            Aslı Kışlal
Regie                                                 Ellen Smithee
 
 
Termine:
 
Premiere: 16. Juni, Theater des Augenblicks
 
Wiederaufnahme: 7. / 8. / 9. / 10. Oktober, 20h
Palais Kabelwerk - Saal 1, Oswaldgasse 35A, 1120 Wien
www.palaiskabelwerk.at
 
Reservierungen: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. , 0680 218 10 56


Video- und Fotomaterial: Auf Anfrage bzw. www.daskunst.at
 
Motivation: Diversity Pride und Humor
 
Angesichts all dessen (muss man es benennen?) den Humor nicht zu verlieren, ist eine Kunst. Und daskunst beherrscht sie perfekt zusätzlich mit einem Schuss Leichtigkeit. “Uns kommt nur noch die Komödie bei" (Dürrenmatt).
Die Wienwahlen – Österreichs Straßen sind von Rassismus und Herrenrasse-Denken übelster Art beschmutzt. Die Antwort von daskunst: Politik mich doch am Arsch!
 
Ich komme mir vor wie ein Geschwür, und man muss jetzt nur noch herausfinden, ob ich gut- oder bösartig bin“ (Aslı Kışlal)
Zugegeben, manchmal rückt der unerträgliche Anti-TürkInnenmus in Österreich auch den bemerkenswert positiv denkenden Mitgliedern von daskunst sehr nahe. Wir schützen uns und unser Publikum mit Lachen.
 
Dass mit unseren Steuergeldern inhaltslose Plakate die Straßen schmücken, wäre noch zu wünschen – aber dass es nicht strafbar ist, Rassismus breit zu plakatieren, ist bemerkenswert. Wir dürfen den Kopf nicht in den Sand stecken, und Ignorieren ist auch nicht der rechte, also richtige Weg, es gilt sich mit der Wirklichkeit auseinanderzusetzen, hinzuschauen und der Politik-Verdrossenheit entgegenzuwirken.
 
 
Wir lassen uns doch den Gedanken nicht nehmen das_kunst die Welt verändert!
 
So etwas Ähnliches hatte daskunst schon einmal produziert, 2007 hieß das Ganze noch „Kultur mich doch am Arsch“ und spielte sich schon mit der seltsamen Aufteilung, was als normal und was als verrückt gilt. Seltsamerweise erschöpft sich das Thema nicht, ganz im Gegenteil gibt uns die Wirklichkeit immer mehr Stoff. Im Wahlkampfjahr 2010 wird die Handlung wieder aufgenommen in „Politik mich doch am Arsch“.
 
Kann Kunst die Welt verändern? Mit „Kultur mich doch am Arsch“ haben wir das nicht geschafft – offensichtlich – aber das lässt uns die Arbeit nicht stoppen, irgendwie muss man doch mit der Wirklichkeit umgehen. Denn in einem Land, in dem die Opposition so versagt oder so erschreckend denkt, und die Regierung scheinbar „Führer“-los agiert und mit der Situation überfordert ist, braucht es eine starke Stimme der Kunst – im Idealfall in Verbund mit vielen Medien, die anders als das flächendeckendste Medium „Krone“ die Politik herausfordert, dass diese u.a. mit der sich verändernden gesellschaftlichen Zusammensetzung umgehen lernt.
JedeR weiß, wie schwer es ist, sich selbst zu ändern. Was kann man dann von einem anderen Menschen erwarten? Vielleicht müssen wir einfach auf ein bis zwei nächste Generationen hoffen und die schwere Vorarbeit leisten. Und derweil darf man sich einfach gönnen, über die Verhältnisse zu lachen und ins Gespräch zu kommen.
 
 
Inhalt: Politik mich doch am Arsch
 
Zu Beginn sehen wir kurz – was bisher geschah: Die seltsamen Zwillinge Edmund und Edwin erhielten den Freibrief an einem begleiteten Wohnprogramm in Wien teilzunehmen. So verlassen sie ihren Anstaltsplatz in Vorarlberg, aber die Erfahrungen im „normalen“ Leben lassen sie fragen: Und uns haben sie eingesperrt? Wer zieht die Grenze zwischen normal und verrückt? Der Sozialarbeiter Süleyman versucht die beiden Zwillinge in die normale Gesellschaft zu integrieren und ist zu diesem Zweck gleich in die Wohnung miteingezogen. Ebenso wie seine neue immer-schwangere Freundin: die Russin, die ihr Kind erst gebären wird, wenn die Welt eine bessere geworden ist.
 
In Teil II bekommt die seltsam zusammengesetzte Wohngemeinschaft Zuwachs: Vom 481. Flüchtling aus Traiskirchen, der laut Innenministerin Fekter einer zu viel ist und der vor diversen Geheimdiensten der Welt flüchtet, weil er ein „Axiom“ entwickelt hat, welches mithilfe der durch menschliche Körper fließenden Energie die gesamten Kriege um Energiereserven sinnlos macht und zusätzlich einen der Grundpfeiler des Kapitalismus absägt. Das tausende Jahre alte Chamäleon der Geschichte erscheint in der Kiste und erzählt von ihren diversen Identitäten, mit denen sie immer an falschen Orten zu den falschen Zeiten gelandet ist, jetzt fürchtet sie als eine mittellose Griechin oder sogar eine Muslimin in Österreich gelandet zu sein. Und zwei Krankenpflegerinnen aus Vorarlberg verfolgen die beiden vermeintlichen Patienten nach Wien, um ihren Sozialisationsprozess zu überwachen. „Diese Wohnung wird immer schräger!“
Die Zwillinge versuchen sich mit Mühlespielen gegen die Einflüsse von außen ihr geordnetes, beschränktes Weltbild zu erhalten. Wenn es ihnen zu bunt wird, kommentieren sie die Verhältnisse mit ihrem eigens für das d´ORF entwickelten Format „Zweit im Bild”. Aber auch die Idylle der beiden unzertrennlichen Zwillingen ist nicht resistent gegen die Wirklichkeit: Zwischen Edmund und Edwin bricht ein Streit aus. Hat dieser Mikrokosmos der Vielheit eine Chance zusammenzuhalten?
 
 
daskunst: Faces – Menschen in / durch / nach Europa 2009-2013
 
Das Neo-Ur-Wiener, Multi-StaatsbürgerInnenschaftliche Theaterensemble daskunst erarbeitete seit 2004 diverse Produktionen in Wien (u.a. Dirty Dishes, No Mans Land, Kultur mich doch am Arsch, Experiment Mensch, Warum das Kind in der Polenta kocht) und tourte mit den Produktionen nach Belgrad, in die Türkei und durch Österreich. In den gesellschaftskritischen Theaterarbeiten wird nebst den Themen (Krieg, Gewalt, Normalität, Wirklichkeitskonstruktionen, Familie, Politik...) auch stets die heterogene Einwanderungsgesellschaft in Österreich repräsentiert: durch die SchauspielerInnen, in den Figuren, durch die Inhalte und ihre Umsetzung, um diese Wirklichkeitswahrnehmung einem ebenso heterogenen Publikum zu präsentieren. Denn nicht, woher jemand kommt, ist für uns interessant, das verflüchtig sich, sondern die mit den Wegen verbundenen Geschichten. Seit Oktober 2009 hat daskunst die künstlerische Leitung im Theater des Augenblicks übernommen.
 
 
Kontakt
 
PR, Produktion: Carolin Vikoler, 0699 11 56 55 90, Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.
Künstlerische Leitung: Asli Kislal, 0650 862 71 58, Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.
 
Theater- und Kulturverein daskunst, Ottakringerstraße 242/10/8, 1160 Wien
 
www.daskunst.at
 

Politik mich doch am Arsch - Trailer #1


Politik mich doch am Arsch - Animation


Politik mich doch am Arsch - Stückfotos:





 

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