Theater-Aufführung: Die Kinski-Akte (13.10.2010-17.10.2010)
Von 13.10. bis 17.10.2010 wird im Palais Kabelwerk (1120 Wien, Oswaldgasse 35a) der erste Teil der "Kinski-Akte" aufgeführt. Der erste Teil ist eine Sprach-Performance unter dem Titel "FIEBERFANTASIEN. Vier DarstellerInnen experimentieren mit ihrem individuellen Stimmpotential.
Die Kinski-Akte
Im ersten Teil der Trilogie, in "FIEBERFANTASIEN", experimentieren vier DarstellerInnen mit ihrem individuellen Stimmpotential, improvisieren lautmalend, "vertonen" die Stimmungen der Texte und suchen nach ihrer individuellen Sprache.
Eine facettenreiche Annäherung an einen Künstler, der die deutsche Sprache für „eine der schönsten und ausdrucksvollsten“ hielt und wie kaum ein anderer damit arbeitete.
Eine Auseinandersetzung mit der schillernden Persönlichkeit, dem Künstler und dem Wesen Klaus Kinskis.
> Trilogie
Alles, was lebt, ist offen und kann nicht festgelegt werden;
alles Starre steht dem Leben entgegen.
Teil I - "Fieberfantasien" Oktober 2010 - Jänner 2011
Teil II - “Kinski - Leben im Grenzbereich” November 2010 - Jänner 2011
Teil III - “Der K-Punkt” November 2011
Teil I
Basierend auf dem Leben und Werk von Klaus Kinski entstehen Szenen bzw. Kommunikationsakte rund um das Thema der Selbstbefreiung im sozialen Kontext.
Vier SpielerInnen improvisieren mit ihrem jeweiligen Stimmpotential in dem sie mit Lauten und Wortfetzen die Stimmungen der Texte “vertonen” und so für einen atmosphärischen Klangteppich für das Spiel im Vordergrund sorgen.
Ein Anrufbeantworter und ein verstimmtes Klavier sowie ein Kamerazoom sind weitere Protagonisten des Abends.
Das Projekt ist inspiriert von Kinskis Wesenheit und dessen emotionaler Bandbreite - Inbegriff von Instinkt und Grenzüberschreitung. Das Spiel mit der Sprache, mit Laut- und Klangeinheiten, Geräuschen, Tempi und Pausen formt sinnliche Bilder der Selbstbefreiung, welche die Suche nach einem authentischen “Ich” zum Thema haben.
Die zehn "AKTE” der “FIEBERFANTASIEN" zeigen Zwischenzustände der theatralen Kommunikationsarbeit und folgen einem avantgardistischen, künstlerischen Ansatz.
Klaus Kinski ist nicht festzulegen, weil er lebendig ist. Es gibt bei ihm kein Entweder - Oder, nur ein Sowohl - Als - Auch; kantig, kratzig, weich und sanft ist er.
Beseelt durch Kinskis literarisches Werk, durchbrechen wir die traditionellen Grenzen zwischen SchauspielerInnen und Publikum.
Das besondere Erlebnis dieses Abends liegt in der spartenübergreifenden Form der künstlerischen Mittel. Das Stimmpotential der vier SchauspielerInnen wird dabei entlang der Inspirationsquelle Kinski neu ausgelotet.
Eine Symphonie aus Lauten, Klängen, Worten und Geräuschen entsteht.
Sie verschmelzen zu einem avantgardistischen Klangteppich in vier Sprachen (Französisch, Russisch, Deutsch, Englisch), zu deren Ausgangsmaterial auch Texte von Villon, Rimbaud, Brecht, Kinski, Wilde und Majakowskij zählen.
Teil II
Ich hätte lieber eine Straßenhure sein wollen und meinen Körper verkauft haben, als meine Tränen verkauft zu haben und mein Lachen, meine Trauer und meine Freude. (zit.: Kinski, Klaus.: "Ich brauche Liebe", Heyne, 18. Aufl., 455)
Die Leseperformance "Kinski – Leben im Grenzbereich" ist der schillernden Persönlichkeit von Klaus Kinski und dessen Lebensanschauung gewidmet; eine Schauspielerin und ein Schauspieler bringen einen Mix aus großteils unbekannten Fakten über Leben und Werk des Filmstars auf die Bühne. Violinimprovisationen werden mit zeitgenössischer Musik und Videoprojektionen verknüpft.
Ein Abend unter dem Leitmotiv: Liebe, Sprache, Sexualität.
Das Ziel der Beschäftigung mit Kinski‘s Werk und Wesenheit ist letztendlich die Thematisierung und Sichtbarmachung des Versuchs nach Befreiung der Freiheit im Menschen und der Suche nach dem ureigenen Selbst - als Antwort auf die individuelle Sinnkrise in Krisenzeiten. Denn die Wirtschaftskrise ist nur die Manifestation einer längst vorhandenen Sinnkrise. Die Frage nach dem nach dem wahren "Ich" ist aktueller denn je. Kinski‘s Werk erzählt von dieser Suche.
Klaus Kinski ist ein so genannter Gesellschaftskristall (vgl.: Elias Canetti: "Masse und Macht"). Ein Dorn im Auge der Öffentlichkeit, im positiven wie im negativen Sinn. Er ist das Alibi für die unerfüllten Träume der Bürger. Einer, der sich nicht verstellt und nicht nachgibt. Er vereinigt in sich sämtliche Höhen und Abgründe des menschlichen Seins und zeigt dabei allgemeingültige Mechanismen und Zusammenhänge auf. Kinski verstand das Leben an sich als gewaltsamen Prozess, sich selbst als zutiefst lebendig und in dieser Lebendigkeit unendlich einsam.
Teil III
"Der K-Punkt" ist als performatives Ausstellungsformat konzipiert. Im Zuge einer unabhängig kuratierten Ausschreibung werden StudentInnen österreichischer Kunsthochschulen eingeladen, individuelle Sichtweisen über den Grenzgänger Klaus Kinski einzureichen.
Die neun ausgewählten Werke werden im November 2011 im MUMOK gemeinsam mit dem Schauspielerteam von theater-JA.KOMM in einen neuen Kontext gesetzt.
Was? Die Kinski Akte - Teil I - Fieberfantasien
Wann? 13. bis 17. Oktober 2010, 20:00
Wo? Palais Kabelwerk - Saal 1, 1120 Wien, Oswaldgasse 35a
Eintritt? 18,00/12,00 € (inkl. 5€ Gutschein für das Haus der Musik)
Karten? Tel: 01 8020650 oder online auf http://www.palaiskabelwerk.at
Weitere Termine und andere Spielorte auf http://www.theater-ja.com/aktuell_termine.htm
Weitere Infos: http://www.theater-ja.com/
TEAM:
Text/ Regie: Eva Jankovsky
DarstellerInnen: Gunther Elmer, Jenny Ellen Riemann, Isabella Ruby, Michael Pöllmann
Komposition: Bastian Hörmann
Projektionen: Martin Rille
Assistenz: Alexios Bitounis
Produktion: theater-JA.KOMM
Illustration: Mark Dudli
Die Kinski-Akte, Teil 1 - Fieberfantasien (Kurzversion)
Die Kinski Akte. Teil 1, Fieberfantasien (Langversion)