
Von 21. Juni 2010 bis 26. Juni 2010 wird die Performance "nix/GELD" der Theaterproduktion "Theaterblau" im Palais Kabelwerk aufgeführt.
Familie Florini hat Geld. Und das obwohl sich heutzutage kein Mensch mehr einen Regenschirm leisten kann. Johannes ist ein Spieler - sein Vater war es auch - und seine fromme junge Frau liebt es sein Geld auszugeben. Und Timmi der Sohn schenkt gerne alles her. Alle sind charmant und keinem von ihnen fehlt es an irgendetwas, was man sich kaufen kann, und trotzdem zerbricht die Familie an der Materie, die uns zeigt, wie ernst es uns ist mit irgendwelchen Worten: Geld. Daran kann auch die Putzfrau nichts ändern, und das will sie auch gar nicht. Sie sagt: "Bis es wieder Reiche gibt, wird jeder arm sein, und jeder wird mehr als je zuvor sogar noch ärmer sein."
"Ständige Geldprobleme. Wir haben zu viel oder zu wenig. Der Geldverkehr ist so verworren so widersprüchlich und kompliziert geworden dass wir klären müssen um neu anzusetzen. Jetzt dient die "Wirtschaft" mehr sich selbst als uns. Im Mittelpunkt das Geld nicht wir. Ihr Ziel ist mehr herauszuholen als hineingegeben wurde. Geld wird als Zahl genommen und fast alles lässt sich mit ihm aufwiegen. An sich stellt es einfach ein Recht dar. Nicht das Recht nicht das Geld schafft die Probleme sondern unser Verhältnis dazu. Am Geld können wir ablesen wie ernst es mit irgendwelchen Worten ist. Wir wären zu einem Ausgleichen fähig. Reichsein und Armut sind nicht zu trennen. Ein wirtschaftlicher Aufschwung ist oftmals einem Entzug aus der Umgebung zu verdanken. Geld spiegelt in welcher Art der Geist arbeitet. Die soziale Wirklichkeit zeigt wie sehr wir in der Lage sind das Materielle vom Geist her zu meistern."
Zur Performance
Jede Vorstellung ist anders. Es werden wechselnde Gäste eingeladen aus den Bereichen Kultur und Wirtschaft und Recht/Politik die als Diskussionspartner mitwirken. Eine Theaterform wird einem Gesprächsprozess gegenübergestellt bzw. mit ihm verwoben - wobei sowohl die Form als auch das was passiert voneinander profitieren sollen. Der Arbeitsprozess wird transparent gemacht und somit auch Gelingen und Scheitern sodass beides an Schrecken verliert. Ziel ist dem Mysterium des Geldes auf die Spur zu kommen.
"Der Fiskus bestiehlt mich. Ich werde den Fiskus bestehlen", sagt sich der Zwischenhändler. Seine Phantasie übersteigt die des Künstlers, den er ausbeutet. Er wird auf seinem Gebiet ein großer Künstler. Er bewahrt das Gleichgewicht, das nur durch Gleichgewichtslosigkeit und Tausch herrscht. Wenn er nicht betrügen würde, gerönne das Blut einer Nation, die Schätze anhäuft, und hörte zu kreisen auf.
(Jean Cocteau - Tagebuch eines Unbekannten)"
nix/GELD ist ein innovatives Theaterprojekt, das unter der Leitung der Regisseurin und Schauspielerin Michaela Hurdes-Galli vom 21. bis 26. Juni (jeweils 20:00) im Palais Kabelwerk gezeigt wird. Der gesamte Inhalt des Stücks wurde während der Proben erarbeitet. Es gab weder eine Textvorlage noch ein durchorganisiertes Konzept. Ausgangspunkt ist ein Thema, das uns alle bewegt: Geld. Seinem Mysterium näher zu kommen, ist das Ziel.
Der Ansatz ist völlig neu: Eine Theaterform wird einem Gesprächsprozess gegenübergestellt bzw. mit ihm verwoben - wobei sowohl die Form als auch das was passiert voneinander profitieren sollen. In das theatrale Geschehen sind als experimentelles Element Gesprächsrunden mit realen Persönlichkeiten aus den Bereichen Politik, Wirtschaft, Recht, Kultur, Religion und Journalismus eingebettet. Diese philosophischen Diskussionen, die sich um grundlegende Fragen drehen und von einem Schauspieler moderiert werden, sind Unterbrechung und Teil des theatralen Akts zugleich.
Die Performance besteht im Übrigen aus mehreren Ebenen: Szenen, die in einem Handlungsablauf stehen, Texte und Musik. Ein weiterer Ausgangspunkt für diese Arbeit ist das Element der Improvisation: das ist nicht neu, aber live ein aufregend riskanter Balanceakt. Die Schauspieler lernen so gut wie keine Texte, sie üben sich im Argumentieren in einer eigens geschaffenen Situation. Diese hat zwar eine Grundstruktur und ein Ziel, hat einen fixen Anfang und ein Ende, auf das zugesteuert wird, aber der Weg dorthin ist offen und bleibt den Schauspielern überlassen. In der Wortwahl wird jede Szene von den Darstellern immer wieder neu geschaffen.
Jede Vorstellung ist also anders. Durch die wechselnden Gesprächspartner sowie die lebendigen Szenen erhält jede Darbietung ihren eigenen spannenden Charakter. Eine offene Regie begleitet den Arbeitsprozess, der möglichst transparent erscheinen soll.
Termine:
Montag, 21. Juni 2010 20:00 (Premiere)
Dienstag, 22. Juni 2010 20:00
Mittwoch, 23. Juni 2010 20:00
Donnerstag, 24. Juni 2010 20:00
Freitag, 25. Juni 2010 20:00
Samstag, 26. Juni 2010 20:00
Eintrittspreise:
noch nicht fixiert - ca 12-15 €
Team:
Mit: Manfred Baschiera + Pippa Galli + Andi Haller + Michaela Hurdes-Galli + Joseph Reichelt
Und wechselnden Gästen aus den Bereichen Kultur + Wirtschaft + Recht/Politik
Musik: Lonesome Andi Haller ( www.xterkyu.net)
Inszenierung: Michaela Hurdes-Galli
Assistenz / PR und Gäste: Susanne Rachler
Produktion: Theaterblau in Kooperation mit Palais Kabelwerk
Wo?
Palais Kabelwerk - Studio (2. OG)
1120 Wien, Oswaldgasse 35a
Erreichbarkeit: U6 Kabelwerk/Tscherttegasse
Kartenreservierung:
01 8020650
Weitere Infos:
www.muni.at
www.palaiskabelwerk.at
Diskussionspartner:
Mo., 21. Juni 2010 (Premiere)
- Margot HRUBY, Kulturschaffende
- Florian MAUTHE, Schauspieler, Kulturreferent im Rathausklub ÖVP Wien, Bezirksrat und Stellvertretender Vorsitzender der Kulturkommission Josefstadt
- Anneliese ROHRER, Journalistin
- Stephan SCHULMEISTER, Ökonom (WIFO), Journalist, Buchautor
- Klaus UNTERBERGER, ORF Public Value Kompetenzzentrum
Fotos der Aufführung vom 21.6.2010
Di., 22. Juni 2010
- Gabriele BOLELOUCKY-BOLEN, Philosophin, parlamentarische Mitarbeiterin (SPÖ)
- Heinz FELDMANN, im Vorstand von ATTAC, Unternehmer, Buchautor, Verkaufstrainer
- Florian SCHEUBA, Schauspieler, Kabarettist, Buchautor, Moderator
Fotos vom 22.6.2010
Mi., 23. Juni 2010
- Ute BOCK, Verein Flüchtlingsprojekt Ute Bock
- Heinz FELDMANN, im Vorstand von ATTAC, Unternehmer, Buchautor, Verkaufstrainer
- Gerald HÖRHAN, Investmentbanker, Buchautor ("INVESTMENT PUNK")
- Norbert LOUDA, arbeitsloser Naturwissenschafter
Fotos vom 23.6.2010
Do., 24. Juni 2010
- Brigitte FERSTL-WOJTA, ORF Redakteurin in der Hauptabteilung Religion und Ethik, Spezialausbildung als Psychodramatherapeutin
- Eva LUEGER, Waldorflehrerin
- Isabella SUPPANZ, Intendantin am LANDESTHEATER NIEDERÖSTERREICH, Regisseurin und Dramaturgin
Fr., 25. Juni 2010
- Gabriele BOLELOUCKY-BOLEN, Philosophin, parlamentarische Mitarbeiterin (SPÖ)
- Brigitte FERSTL-WOJTA, ORF Redakteurin in der Hauptabteilung Religion und Ethik, Spezialausbildung als Psychodramatherapeutin
- Thomas KAMPER, Schauspieler, Regisseur und Schriftsteller
- Angelika MLINAR, Bundessprecherin LIF
Sa., 26. Juni 2010 (Dernière)
- Brigitte FERSTL-WOJTA, ORF Redakteurin in der Hauptabteilung Religion und Ethik, Spezialausbildung als Psychodramatherapeutin
- Alexander MALY, dipl. Sozialarbeiter, Geschäftsführer - SCHULDNERBERATUNG WIEN
- Uta POCK, Chefvolkswirtin der ÖSTERREICHISCHEN VOLKSBANK AG
- Lilly PROHASKA, Schauspielerin
|